„Frau Müller, wir müssen reden!“

Elternbeirat der Franz von Assisi-Schule tagte zum Thema Kommunikation in Obermarchtal

Die alljährliche Tagung des Elternbeirats im Kloster Obermarchtal ist Tradition und Zeichen der Wertschätzung zugleich. In einer Mischung aus thematischen Inhalten, Zeiten des Austauschs und des Kennenlernens verbrachten die Elternvertreterinnen und Elternvertreter eineinhalb Tage miteinander. Schulleiter Stefan Willbold hatte mit Detlef Träbert einen Referenten gewonnen, der ein zentrales Thema für die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule behandelte: Gelingende Kommunikation.

„Alle Eltern waren einmal Schüler, Schüler werden Eltern. Viele Lehrer sind auch Eltern., manche Schüler werden Lehrer“. Mit diesem Zitat veranschaulichte der Referent Detlef Träbert die Bedingungen, unter denen oft Gespräche in der Schule geführt werden. Ausgehend von den Bedingungsfaktoren für den Schulerfolg und der Frage nach deren Zuständigkeit, wurden zentrale Elemente der Kommunikation thematisiert: Das aktive Zuhören und die Frage auf welchen „Ohr“ Informationen gehört werden sind genauso wesentlich für das Gelingen eines Gesprächs zwischen Eltern und Schule, als auch die Notwendigkeit von sogenannten Türöffnern und der Raum sowie die Atmosphäre, in der das Gespräch stattfindet. Vermieden werden sollten sogenannte Killerphrasen, die vor allem eine Abwertung des Gegenübers zum Ziel haben. Mit vielen Tipps und Praxisbeispielen verstand es der Referent, die Elternvertreterinnen und Elternvertreter dafür zu sensibilisieren und hilfreiche Strategien an die Hand zu geben, um Kommunikation gelingen zu lassen. Neben der schulischen Leistung geht es vor allem auch darum, über die Vorzüge, Neigungen, Freunde, Kummer und die Hilfsbedürftigkeit des Kindes zu reden. Die ab dem kommenden Schuljahr in der Klasse 5 einzuführenden Entwicklungsgespräche mit Eltern und Kind tragen diesem Anliegen an der Franz von Assisi-Schule zusätzlich Rechnung. Den Abschluss der Tagung bildete eine Fahrt zum Blautopf. Hier hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, auf einer Panoramafahrt die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten zu genießen. Die Elternbeiräte zeigen sich am Ende begeistert über die Tagung, die wiederum dazu beigetragen hatte, die Beziehung untereinander und mit der Schulleitung ganz im Zeichen einer gelingenden Kommunikation zu vertiefen und zu festigen. 

Konflikte und Beziehungsgestaltung mit Kindern und Jugendlichen

Zur diesjährigen Kurztagung hatte Schulleiter Stefan Willbold als Referenten Harald Gaiser vom Landesnetzwerk Konflikt-Kultur eingeladen. Seine Ausführungen stellten zunächst das Thema "Mobbing" in den Mittelpunkt, bevor er den Elternvertretern das Sozialtraining vorstellte, dass die Schule erfolgreich in den Klassen einsetzt. Harald Gaiser selbst kommt regelmäßig an die Schule, um dieses Training in allen fünften Klassen und bei Bedarf in anderen Klassenstufen durchzuführen. Die Inhalte des Trainings werden durch Nachsorgetermine und der Einbindung von Klassenlehrern und Fachlehrern auf Nachhaltigkeit hin angelegt. Natürlich kam auch das gesellige Miteinander nicht zu kurz. Nach einer Führung in der Brauerei Berg am Freitagabend in Ehingen ließ man den Abend gemütlich in der Brauereigaststätte ausklingen.

Kurztagung zum Thema "Wie ticken Jugendliche?"

Bei der Kurztagung des Elternbeirats der Franz von Assisi-Schule in Obermarchtal befasste man sich mit jugendlichen Lebenswelten

Nach einem erfolgreichen Spiel der deutschen Mannschaft konnte man sich inhaltlich der Sinus-Studie widmen, die sich mit den Lebenswelten Jugendlicher im Alter von 14-17 Jahren befasst. Die Referentin Christine Uhlmann von der sinus-akademie verstand es auf sehr anschauliche Art und Weise, die Elternbeiräte auf eine Reise durch sieben Lebenswelten zu nehmen. Dabei bildeten neben bevorzugten Kleidungs- und Musikstilen vor allem die Einstellungen der Jugendlichen zu den Themen Glaube und Religion, Schule und Lernen sowie Berufsorientierung einen Schwerpunkt. Nachdem man sich am nächsten Vormittag nochmals kreativ mit den Kennzeichen der einzelnen Lebenswelten beschäftigt hatte, ging Schulleiter Stefan Willbold nochmals auf den Aspekt „Glaube und Religion“ ein. Der gesellschaftliche Wandel stellt die Kirchen und ihre Schulen vor große Herausforderungen. Die Frage, wie die Kinder und Jugendlichen  und deren Eltern in Glaubens- und Sinnfragen besser zu erreichen sind und wie man sie in ihren unterschiedlichen Alltags- und Lebenswelten ansprechen kann, ist nur eine Anfrage unter vielen. Nicht umsonst begibt sich die Dachstiftung in den kommenden Jahren auf einen Weg, auf dem nach Antworten auf die dringliche Frage gesucht wird, für wen wir da sind und wie wir für die da sein wollen, die zu uns kommen. Dazu sind auch die Eltern eingeladen, sich hier mit ihren Anliegen einzubringen. Weitere Veranstaltungen an der Schule zu dieser Thematik sollen folgen. Nach dem Mittagessen beschloss eine Führung durch Akademieleiter Dr. Berthold Suchan im Obermarchtaler Münster die Tagung. Jedes Jahr führt die Schulleitung neben den Ausflügen und dem Elternbeirats-Lehrer-Fest diese zweitägige Veranstaltung für Elternvertreter an der Kirchlichen Akademie in Obermarchtal durch. 

Zeugen des Kalten Krieges erkundet

Neben der Kurztagung in Obermarchtal führt der Elternbeirat auch jedes Jahr einen Ausflug durch. Kürzlich entführte der Erste Vorsitzende des Waldstetter Heimatvereins Rainer Barth die Elternvertreter gemeinsam mit der Schulleitung in die Zeit des Kalten Krieges.  Besonders interessant waren natürlich die oberirdischen Bunker im Staatswald. 25 sind es insgesamt, gebaut wurden sie von der amerikanischen Besatzungsmacht in den Jahren 1952 bis 1954. Drei der ursprünglich 28 Bunker wurden bei einem Erdrutsch zerstört. Zunächst war dort ein Munitionsdepot mit Übungs– und Manövergelände für eine Göppinger Granatwerfereinheit geplant. Später lagerten dort neben Munition auch militärische Gegenstände und Gerätschaften. Im Anschluss an die Wanderung ließ man den Abend noch gemütlich im Heimatmuseum ausklingen.

Die Unversehrtheit von Herz, Seele, Körper und Eigentum

Strategien zum Thema Mobbing systemisch anwenden – ein interessantes Thema für den Elternbeirat der Franz von Assisi-Schule

Jedes Jahr bietet die Schule für ihre Elternvertreterinnen und Elternvertreter die Möglichkeit, gemeinsam mit der Schulleitung eine zweitägige Kurztagung in Kloster Obermarchtal wahrzunehmen. In diesem Jahr referierte Christian Brodt im Auftrag des AGJ Fachverbands für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. zum Thema "Strategien gegen Mobbing".

Die Schule ist bereits im Bereich der Bearbeitung von Einzelkonflikten gut aufgestellt, da zwei Lehrkräfte speziell für diesen Bereich ausgebildet wurden. Die systemische Arbeit mit ganzen Klassen soll künftig die Möglichkeiten erweitern und vervollständigen. Christian Brodt ging in seinem Vortrag zunächst auf die Definition sowie die 3 Stufen von Mobbing ein: Testphase, Konsolidierung der Rollen und Manifestation. Wichtige Voraussetzung für die Arbeit gegen Mobbing sei es, den Kindern und Jugendlichen klar zu machen, dass es um das unverhandelbare Recht jedes Einzelnen geht, Unversehrheit an Herz und Seele, Körper und Eigentum sicherzustellen. Bereits die Arbeit in den fünften Klassen bringe hier viel, da sich in den weiterführenden Schulen Gruppen neu zusammenfinden und Strukturen schnell verfestigen. Rektor Stefan Willbold führte an, dass man diesen präventiven Weg gerne weiterverfolgen wolle. Die Würde des Menschen sei eben deshalb unantastbares Gut, weil der Mensch von Gott durch die Gottesebenbildlichkeit eben mit dieser besonderen Würde ausgestattet sei. Am Ende ging der Referent noch auf die sogenannten „Fallstricke“ ein. Oft würden bei solchen Vorfällen Maßnahmen ergriffen, die zunächst als einleuchtend erscheinen, jedoch eher dazu führten, den Konflikt zu verstärken. Dazu gehören zum Beispiel die Täter zu bestrafen, mit Tätern und Opfern gemeinsam zu reden oder mit der ganzen Klasse das Problem zu diskutieren. Allein die systemische Bearbeitung mit einer Person von außen könne die Problematik lösungsorientiert angehen.

Am zweiten Tag besuchte man den heiligen Berg Oberschwabens. Pfarrer Menrad führte auf dem Schöpfungsweg rund um den Bussen und anschließend in die Wallfahrtskirche. Ein gemeinsames Mittagessen bei herrlicher Aussicht beendete die gelungene Tagung.

Veränderte Lebenswelten

Kurztagung des Elternbeirats der Franz von Assisi-Schule zum Thema Medien

Dass sich das Mediennutzungsverhalten der Kinder oftmals stark von dem der Eltern unterscheidet, wissen Eltern nur zu gut. Die rasante Entwicklung in den medialen Lebenswelten der letzten 20 Jahre sowie medienpädagogische Aspekte waren das zentrale Thema der Kurztagung in der Kirchlichen Akademie Obermarchtal.

Im Vortrag zum Thema „Mediale Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen“ konnte Ursula Arbeiter (ajs-Aktion Jugendschutz Stuttgart) deutlich machen,  wie die Mediennutzung inzwischen zum Alltag gehört und nicht mehr zwischen realer und fiktionaler Lebenswirklichkeit getrennt wird. Der von dem amerikanischen E-Learning Experten Professor Marc Prensky bereits um 2001 geprägte Begriff Digital Natives bezeichnet eine Generation, die den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten des World Wide Web groß geworden ist. In einer lebhaften Diskussion wurde von den Elternbeiräten das eigene Mediennutzungsverhalten reflektiert. Die Referentin ging im Anschluss auf das Thema „Soziale Netzwerke“ ein und legte hier den Schwerpunkt auf die komplexen Sicherheitseinstellungen, die nur schwer zu durchschauen sind. Kinder und Jugendliche nutzen die Medien, um sich mit ganz grundlegenden Bedürfnissen auseinander zu setzen. Der kompetente Umgang und die Ausbildung von Kritikfähigkeit sind wesentliche Ziele einer modernen Medienerziehung. Dank den kompetenten Ausführungen von Ursula Arbeiter, äußerten die Teilnehmer, seien nun Barrieren abgebaut und Ängste genommen worden, sich mit der Thematik und den eigenen Kindern auseinanderzusetzen. Im Gespräch mit der Schulleitung wurden gemeinsam Möglichkeiten erörtert, wie Schule und Elternhaus hier weiterhin gut zusammenarbeiten können: Elternforen, thematische Elternabende, Präventionsveranstaltungen und die Weiterentwicklung der unterrichtlichen Arbeit sind hier nur einige Schwerpunkte. Den zweiten Tag der Kurztagung ließ man bei der Firma Häussler in Heiligkreuztal ausklingen.

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