Die Unverletzlichkeit von Körper, Seele und Eigentum

 „In meiner Klasse nervt: Jeder macht Felix fertig, das ist feige. Manche finden sich toll, wenn sie jemanden beleidigen.“

Solche Konflikte kommen in jeder Gemeinschaft vor, die sich ihr Zusammensein nicht selbst ausgesucht hat. Die Sozialtrainings gehen jedoch weit über die Lösung von Konflikten hinaus. Es geht um die Ausbildung einer anderen Kultur, die auf der Grundlage der Menschenrechte den Respekt vor Körper, Seele und Eigentum vor Augen hat.

Neben der Mediation als ein festem Konfliktlösungsritual, bei der bereits zwei ausgebildete Lehrkräfte zwischen den Konfliktparteien vermitteln und helfen, das Recht auf gewaltfreie Konfliktlösung umzusetzen,  wird seit Beginn dieses Schuljahres für die neuen Klassen 5 ein Sozialtraining durchgeführt. Ein weiteres Training in einer sechsten Klasse wird von der Universität Münster wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Begleitet von den Klassenlehrern, wird dieses Angebot von einem Trainer des Landesnetzwerks Konflikt-KULTUR geleitet, mit dem die Schule bereits bereits seit einigen Jahren kooperiert. Das Landesnetzwerk besteht seit 2011. Initiiert wurde es vom AGJ-Fachverband zur landesweiten Umsetzung des Präventions- und Fortbildungsprogramms Konflikt-KULTUR. Christliche Grundwerte liefern hierfür eine wertvolle Orientierung. Als katholischer caritativer Fachverband ist der AGJ-Fachverband dem Caritasverband der Erzdiözese Freiburg und dem Deutschen Caritasverband angeschlossen. Ziel des Trainings ist die Förderung sozialer Kompetenz und emotionaler Intelligenz.

 „Soziale Konflikte können als Sand im Getriebe oder als Herausforderung zum Erwerb von sozialer Kompetenz und Stärkung emotionaler Intelligenz verstanden werden.“

Franz Hilt, Mitbegründer von Konflikt-KULTUR

Erreicht wird dies u. a. durch die Arbeit an alltäglichen Konflikten zwischen Kindern und Jugendlichen, wie sie in Schulklassen oder festen Gruppen vorkommen. Der Leiter des Trainings Harald Gaiser ist erfahren darin, solche Konflikte, beispielsweise zwischen einzelnen Mädchen und Jungen, einzelnen Cliquen, kompetent zu bearbeiten und zu einer guten Klassenatmosphäre beizutragen. Der respektvolle Umgang miteinander, die gegenseitige Wertschätzung und der Zusammenhalt werden gestärkt. Die positiven Beziehungserfahrungen wirken sich auch auf die Lernmotivation aus und führen erfahrungsgemäß zu einem verbesserten Arbeits- und Lernklima.  Im Anschluss an das Sozialtraining wird die Arbeit von der Klassenleitung und den Fachlehrerinnen und Fachlehrern weiter geführt, um die Nachhaltigkeit zu erhöhen. Ebenso ist an die Ausbildung von Lehrkräften an der Schule gedacht, um auf die Kompetenzen auch im eigenen Haus zurückgreifen zu können. 

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