Lernen mit, über und trotz KI
Die diesjährigen Pädagogischen Tage der Franz von Assisi-Schule Waldstetten standen ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz und ihrer Bedeutung für Schule, Unterricht und Menschenbild. An zwei intensiven Fortbildungstagen setzten sich Lehrkräfte und Mitarbeitende der Ganztagsbetreuung mit Chancen, Grenzen und Verantwortung im Umgang mit KI auseinander.
Der erste Fortbildungstag fand in den Räumen der Franz-von-Assisi-Schule statt. Nach einer gemeinsamen Einführung wurden grundlegende Fragen in den Blick genommen: Was ist Künstliche Intelligenz eigentlich, wie funktioniert sie, und welche technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen hat sie auf Bildung? In Impulsen und Reflexionsphasen ging es dabei nicht nur um KI als neues Werkzeug im pädagogisch-didaktischen „Werkzeugkoffer“, sondern auch um die Frage, wo in einer zunehmend digitalisierten Welt der Mensch bleibt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem christlich geprägten Menschenbild der Schule, das Beziehung, Würde und Verantwortung in den Mittelpunkt stellt.
Ausgehend von einer Online-Umfrage im Kollegium wurden zudem ganz konkrete Fragen der Lehrkräfte aufgegriffen: vom Einsatz KI-gestützter Tools in der Unterrichtsvorbereitung über Datenschutz und Leistungsbewertung bis hin zur Förderung selbstständigen und kritischen Denkens bei Schülerinnen und Schülern. Praxisberichte, unter anderem aus der Zusammenarbeit mit anderen Schulen, zeigten auf, wie KI lernförderlich und maßvoll eingesetzt werden kann.
Der zweite Pädagogische Tag führte das Kollegium ins Kreismedienzentrum Schwäbisch Gmünd. Nach einer Führung durch die Einrichtung standen dort vor allem praktische Erprobungsphasen im Mittelpunkt. In Impulsen aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte wurde deutlich, dass KI längst Teil des Alltags junger Menschen ist – häufig bewusst, teils aber auch unbemerkt. Umso wichtiger sei es, Informations- und Medienkompetenz sowie einen reflektierten Umgang mit KI systematisch zu fördern. In Workshops konnten die Teilnehmenden verschiedene Anwendungen selbst ausprobieren, Einsatzmöglichkeiten diskutieren und Grenzen kritisch reflektieren.
Am Ende der beiden Tage stand ein gemeinsames Fazit: Schule hat in der digitalen Welt eine besondere Verantwortung. Es geht nicht darum, möglichst viel Technik einzusetzen, sondern darum, Lernen sinnvoll zu gestalten – mit KI dort, wo sie unterstützt, über KI, um sie zu verstehen, und trotz KI dort, wo menschliche Beziehung, eigenes Denken und persönliches Lernen unverzichtbar sind. Die Fortbildungstage setzten damit wichtige Impulse für die weitere Schulentwicklung und für eine zeitgemäße, verantwortungsbewusste Lernkultur.